Radio, TV und Online aus einer Hand
In der Regionalredaktion Aargau Solothurn war das Jahr 2025 geprägt vom Sparen und von einer Neuorganisation.

Um zu sparen, hat SRF im Jahr 2025 dutzende Stellen gestrichen. Auch die Regionalredaktionen in Zürich, Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Aarau mussten ihren Anteil beitragen und insgesamt fünf Vollzeitstellen opfern. Da wir sowieso schon schlank aufgestellt waren, konnte die Stellenreduktion nicht ohne Abbau beim Programm durchgezogen werden. Die Regionaljournale am Samstag gibt es nicht mehr und jene vom Sonntag wurden verkürzt und auf Selbstfahrtechnik umgestellt. Wie die Sendungen am Morgen wird jetzt auch die Sonntagsausgabe von einem Redaktor oder einer Redaktorin allein realisiert. In der Folge mussten wir auf der Regionalredaktion Aargau Solothurn das Pensum des Technikteams reduzieren und uns von mehreren freien Mitarbeitenden trennen, die am Sonntag für die ausführliche Sportberichterstattung verantwortlich waren.
Mit dem Wegfall der Samstagssendung endete im Mai 2025 ein Service, den wir 41 Jahre lang angeboten hatten: Seit Januar 1984 war in Aarau ausser an hohen Feiertagen täglich ein Regionaljournal produziert und ausgestrahlt worden.

Auch die zweite grosse Änderung im Jahr 2025 betraf sämtliche Regionalredaktionen. Sie wurden neu organisiert und funktionieren nun als multimediale Redaktionen: Journalistinnen und Journalisten für Radio, TV und Online arbeiten im gleichen Team. Zwar waren TV-Korrespondentin Wilma Hahn und TV-Korrespondent Mario Gutknecht schon zuvor in Aarau zugegen, gehörten aber eben nicht zur Regionalredaktion. Mit der Neuorganisation arbeiten alle noch enger zusammen, wodurch Synergien genutzt werden. TV-Beiträge für die «Tagesschau» oder «Schweiz aktuell», Online-Artikel für die «SRF News»-App oder Radio-Reportagen für «Echo der Zeit» oder das Regionaljournal werden gemeinsam geplant, entstehen also aus einer Hand. Dass zum Beispiel eine Radio-Reporterin Fotos macht für Online-Artikel, ist schon länger der Fall. Vermehrt kommt es nun aber vor, dass ein TV-Korrespondent auch im Radio zu hören ist. Und ab und zu geschieht es gar, dass ein Radio-Redaktor ausrückt, um ein Interview für einen Fernsehbeitrag aufzuzeichnen.

Wir sind also definitiv nicht mehr einfach nur «das Regionaljournal» oder «das Regi», sondern eine multimediale Regionalredaktion und haben als solche eine Vorreiterrolle. 2026 werden bei SRF die beiden Informationsabteilungen Audio/Digital und Video fusioniert. Bislang wurde darauf geachtet, dass Radio und Fernsehen strikt getrennt waren und es eine sogenannte Binnenkonkurrenz gab. Damit wollte man die Vielfältigkeit garantieren, dass zum Beispiel in «Echo der Zeit» nicht über die gleichen Themen berichtet wird wie in «10vor10». Nun fallen die Mauern zwischen Radio und Fernsehen – nicht zuletzt aus Spargründen. Die Erfahrungen, die wir in den Regionalredaktionen mit der multimedialen Organisation nun sammeln, könnten als Blaupause dienen für die grosse Fusion der Chefredaktionen und den damit verbundenen Kulturwandel bei SRF.

Text: Marco Jaggi, Leiter Regionalredaktion