Das zurückliegende Jahr stand vornehmlich unter dem Stern der Halbierungsinitiative. Für die SRG AG SO bedeutete das nicht, dass sie ihren Dialog und mit ihm die Veranstaltungen für Mitglieder, Medienkonsument:innen und Bevölkerung anders ausrichtete. Auch 2025 blieb man beim bewährten Mix mit Veranstaltungen für jedermann und -frau, bei denen wir die Bedeutung eines medialen Service public aufzeigten und mit vielen Menschen über Medien und Medienkonsum diskutierten.
Ein Blick hinter die Kulissen
Kurz vor der Generalversammlung luden wir im April neue Mitglieder zu einer Studioführung nach Aarau ein. Diese war nicht nur Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Regionaljournals zu werfen und die Menschen kennen zu lernen, die uns täglich mit Informationen versorgen, sondern bot auch Raum zu vielen Gesprächen (vgl. hier und hier).
Im Gespräch mit allen
Wie jedes Jahr war die SRG AG SO in unserem Einzugsgebiet auch auf Wochenmärkten präsent, meist verstärkt durch Mitglieder der Regionalredaktion. Bei diesen Anlässen hörten wir uns an, was andere von dem, was die SRG und SRF machen, halten, was ihnen zusagt oder weniger gefällt, was ihnen wichtig ist und wieso die SRG mit ihren Inhalten – bei aller Kritik, der sie ausgesetzt ist – Anlaufstelle Nr. 1 für ganz vieles ist (vgl. hier).
Medienpreis Aargau Solothurn
Die Idee, dass Medienschaffende in unserer Region speziell gewürdigt und geehrt werden, ist nach wie vor die Triebfeder der Bemühungen rund um diesen Preis. Gerade in Zeiten des kühlen Gegenwinds und des Spardrucks ist die Anerkennung für Qualitätsjournalismus unabdingbar. Deshalb setzen wir uns in der Trägerschaft für den Medienpreis Aargau Solothurn ein. Auch 2025 stiess die Vergabe des Medienpreises auf reges Interesse. Dies auch, weil in der Sparte Audio der Preisträger Joel Dätwyler hiess. Der Regionaljournal-Redaktor wurde für seine Serie zum 40-Jahr-Jubiläum des Zirkus Monti ausgezeichnet (vgl. hier und hier).
Auf Tuchfühlung mit der politischen Schaltzentrale der Schweiz
Am 5. September besuchten einige Mitglieder der SRG AG SO das Medienzentrum des Bundeshauses sowie das Bundeshaus selbst. Begleitet wurden sie dabei von Urs Leuthard, Leiter der SRF-Bundeshausredaktion, der den Rundgang mit vielen interessanten Hintergrundinformationen und Anekdoten aus dem Journalistenalltag sowie mit einer Lektion Staatskunde verband. Der Anlass begeisterte derart, dass es sich wenig später auch der Vorstand nicht nehmen liess, sich Medienzentrum, Bundeshaus und Urs Leuthard genauer anzuschauen (vgl. hier).
Der Auftrag der SRG von allen Seiten beleuchtet
Am 24. September fand die lang ersehnte Podiumsdiskussion mit SRG-Generaldirektorin Susanne Wille statt, in der die vielen Veränderungen innerhalb der SRG genauer beleuchtet wurden. Co-Präsident Fabian Gressly ging im Gespräch mit Susanne Wille selbst sowie mit Melanie Racine (Vizepräsidentin Jungfreisinnige Schweiz/SO) und Lilian Studer (Präsidentin EVP Schweiz/AG) der Frage nach, was der mediale Service public der SRG in der Schweiz leisten soll, welchen Einfluss die Transformationen auf allen Ebenen des Unternehmens haben und welche Auswirkungen die Halbierungsinitiative hätte (vgl. hier).
«Frieden» in Serie
Mit einem besonderen Event richteten wir uns am 29. November an das vor allem jüngere Publikum: Nach Mittag tauschten bei kalten Novemberwetter zahlreiche Serienfans ihr heimisches Sofa gegen die VIP-Lounge des Pathé Spreitenbach, um sich über Stunden alle Folgen der Serie «Frieden» zu Gemüte zu führen. Als Star zum Anfassen dabei war Dimitri Stapfer. In der Serie heisst er Egon Leutenegger und ist einer der Hauptdarsteller. Er gab im kurzen Gespräch mit Vorstandsmitglied Meret Jäggi exklusiven Einblick in die Dreharbeiten (vgl. hier).
Im Namen der Arbeitsgruppe:
Nadia Pfendsack, Markus Schenk und Fabian Gressly
Dialog, Medienkompetenz und junge Perspektiven – die AG Junge 2025
Fake News, KI-generierte Inhalte und algorithmisch gesteuerte Feeds prägen den Medienalltag junger Menschen. Umso wichtiger sind Räume für Einordnung, Austausch und kritische Auseinandersetzung. Die AG Junge der SRG AG SO setzte 2025 genau hier an – mit Begegnungen, Diskussionen und Formaten zur Stärkung der Medienkompetenz.
Auch im Jahr 2025 setzte sich die AG Junge der SRG Aargau Solothurn mit grossem Engagement für den Dialog zwischen jungen Menschen ein. Den Auftakt bildeten im Februar Studioführungen im Regionaljournal für Solothurner Jungpolitiker:innen. Im Rahmen der kantonalen Erneuerungswahlen erhielten Kantonsratskandidierende, die jünger als 35 Jahre sind, direkte Einblicke in den regionalen Journalismus. Der offene Austausch zeigte deutlich: Politisch engagierte junge Menschen interessieren sich für Medien, schätzen regionalen Journalismus und setzen sich kritisch mit dessen Rolle auseinander.
Ein weiterer Höhepunkt folgte im Juli im Rahmen der UEFA Women’s Euro. Anlässlich eines Public Viewings in der Aeschbachhalle Aarau organisierten wir eine Podiumsdiskussion zur Sichtbarkeit des Frauenfussballs und zur Rolle der Medien. Fachpersonen aus Sportjournalismus und Spitzenfussball diskutierten Chancen, Herausforderungen und Zukunftsfragen – angeregt, kontrovers und mit grossem Publikumsinteresse.
Von Mai bis Oktober widmete sich die Veranstaltungsreihe «Facts or Fiction?» den Themen Fake News, künstliche Intelligenz und zeitgenössischer Journalismus. In Zusammenarbeit mit diversen Jugendtreffs vermittelten wir Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf spielerische Weise Medienkompetenz. Interaktive Quizformate und offene Diskussionen machten deutlich, dass junge Menschen Bots, Fake-Profile und manipulierte Inhalte meist gut erkennen und sich kritisch mit digitalen Informationen auseinandersetzen.
Die im Oktober in Olten durchgeführte Podiumsdiskussion vertiefte die Fragestellungen rund um das Vertrauen in den Journalismus im Zeitalter von KI und Social Media. Mit dabei waren die beiden jungen Journalistinnen Sina Alpiger (SRF Impact) und Anik Leonhardt (SRF Virus), die persönliche Einblicke in ihre Arbeit gaben und gemeinsam mit dem Publikum über Herausforderungen, Erwartungen und die Zukunft journalistischer Qualität diskutierten.
Mit diesen Anlässen hat die AG Junge 2025 erneut gezeigt, wie wichtig niederschwellige Formate, echte Gespräche und die konsequente Einbindung junger Perspektiven für eine lebendige Medienlandschaft sind.
Im Namen der Arbeitsgruppe:
Kathrin Häseli
AG Bildung
Der Fokus der diesjährigen Tätigkeit unserer dreiköpfigen AG Bildung lag auf der Fertigstellung der Web-App «Teilen oder Löschen». Der Weg zum Ziel forderte intensive Diskussionen und weitreichende Entscheidungen. Anfang Juli konnte die Arbeitsgruppe das digitale Lernspiel offiziell veröffentlichen.
Danach startete die Arbeitsgruppe mit der Promotion, um das interaktive Lernspiel bei der Zielgruppe – Lehrpersonen mit ihren Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufen I und II – bekannt zu machen. Gezielte Werbemassnahmen wie Flyer und Inserate wurden realisiert.
Das Lernspiel «Teilen oder Löschen» richtet sich spezifisch an Jugendliche der Oberstufe, an Berufsschulen und Gymnasien. Gemeinsam mit den Lehrpersonen kann die Web-App im Unterricht als interaktive Diskussionsgrundlage für die Frage, was qualitativen und seriösen Journalismus auszeichnet, genutzt werden.
Das Ziel der Arbeitsgruppe war von Beginn weg klar: Die Nachrichtenkompetenz junger Menschen soll gestärkt werden. Diese Mission wird die Arbeitsgruppe auch im Jahr 2026 konsequent weiterverfolgen.
Im Namen der Arbeitsgruppe:
Martina Burkard