Das Jahr 2025 war eine herausfordernde Zeit für die SRG Aargau Solothurn. Unter dem Stern der Halbierungs- bzw. SRG-Initiative haben wir unsere Aktivitäten immer mit der Aufgabe des Auf- und Erklärens gepaart. Der Dialog mit der Bevölkerung über den medialen Service public gehört zu unserem Auftrag. Diesen setzen wir seit jeher offen um. Mit dem Druck einer politischen Strömung im Nacken, die diesen medialen Service public vehement beschneiden will und ihn in seinen fundamentalsten Aufträgen hinterfragt, lässt sich dieser Austausch aber nicht ganz so führen, wie wir dies gerne tun würden. Die Differenzierungen bleiben auf der Strecke, es ging vielmehr darum, Grundsätzliches klarzustellen, Missverständnisse zu klären und gegen Irrtümer anzutreten. Der Dialog, wie wir ihn uns vorstellen – frei und offen, auf die Bedürfnisse der Bevölkerung unseres Wirkungsgebiets eingehend –, musste in dieser Art aufgeschoben werden.
Dass es bei all dem auf der hierarchischen Stufe über uns, in der SRG Deutschschweiz, im Herbst 2025 zu einem Wechsel im Präsidium kam, war zwar eine wichtige, verheissungsvolle Veränderung, doch mit Blick auf die Fokussierung der Tätigkeiten kurzzeitig ebenfalls anspruchsvoll.
Erneut – nach 2018 (damals bei der No-Billag-Abstimmung) – hat sich eine grosse Mehrheit hinter den Auftrag der SRG gestellt und ist den Argumenten der Gegnerinnen und Gegnern der SRG nicht gefolgt. Sie teilt unsere Sicht der Dinge: Eine Schweiz mit einer halbierten SRG würde das verlieren, was sie seit Jahrzehnten mitprägt.
In den zurückliegenden Monaten hat sich die SRG stark mit sich selbst beschäftigt. Personelle Veränderungen in den Strukturen «über» oder «neben» uns, Versuche neuer Arbeitsformen und wie wir der neuerlichen politischen Frage über das Schicksal der SRG begegnen, hat viele Ressourcen gebunden. Diese Auseinandersetzung hat uns als relativ neu zusammengesetzten Vorstand zwar auch zusammengeführt und zu einer zügigen Konsolidierung beigetragen, doch war alles, was wir machten, mit einer politischen Komponente verbunden und weniger mit einer inhaltlichen.
Das Resultat vom 8. März lässt uns aus einer Position der Stärke in die Zukunft gehen. Diese Stärke benötigen wir auch, denn auch wenn die Bevölkerung dem medialen Service public den Rücken einmal mehr gestärkt hat, wird sich dieser mediale Service public verändern müssen: Noch immer steht das Transformationsprojekt «Enavant» vor der Umsetzung, mit welchem die SRG die Gebührensenkung von 335 auf 300 Franken auffangen muss. Aus der strukturellen Überarbeitung der SRG folgen Anpassungen in ihrer Tätigkeit. Bereits in der Vergangenheit musste die SRG Bereiche in ihrer regionalen Berichterstattung reduzieren. Dass «Enavant», immer verbunden mit dem Versprechen, die Regionen seien wichtig, hier nicht noch stärkere Einschnitte hinterlässt, darauf werden wir achten müssen. Gleichzeitig führen die Sparanstrengungen auch dazu, dass wir in der Trägerschaft mit weniger Mittel auskommen und herausfinden müssen, worin wir unsere Tätigkeit sehen.
Welche Folgen hat es auf die Berichterstattung aus den Kantonen Aargau und Solothurn, wenn das Medienunternehmen 900 Stellen einsparen muss? Wie muss gearbeitet werden, um den Anforderungen an Medien, die sich ebenso rasant verändern wie die Medienwelt selbst, gerecht zu werden? Was müssen wir als Trägerschaft tun, um weiterhin die Bedeutung eines unabhängigen und ausgewogenen medialen Service public erklären zu können? Mit diesen Fragen werden wir uns in nächster Zeit befassen.