11 Fragen an Esther Gebhard-Schöni

1. Warum sind Sie der SRG Aargau Solothurn beigetreten?

Vor vielen Jahren hatte ich die Gelegenheit das Regionalstudio in Aarau zu besuchen. Radio machen hat mich schon immer interessiert – und es ist grossartig, dass werktags gut recherchierte Berichte oder Interviews tagesaktuell im „Regi“ zu hören sind. Deshalb wurde ich gerne Mitglied.

2. Was ist Ihr Lieblingsprogramm, Ihre Lieblingssendung von Radio oder Fernsehen SRF?

Da weiss ich gar nicht wo anfangen und wo aufhören – ich höre sehr viele Radiosendungen gerne und regelmässig wie Perspektiven, Musik für einen Gast, Diskothek im 2, Persönlich, Input, Schnabelweid, Zytlupe.

Die Nachrichten-Sendungen über Mittag und am Abend im Radio höre ich seit Jahrzehnten; dazu gehört auch das Tagesgespräch. Sie gehören in meinen Alltag und ich schätze die fundierte Berichterstattung oder engagierte Diskussionen. Die Kontextsendungen (jetzt „Kulturplatz Talk“) waren über Jahre mein geistiges Futter als Familienfrau. Noch heute sind diese Sendungen für mich meine fast tägliche Weiterbildung.

Im TV mag ich die „Sternstunden“ sehr. Für meinen Geschmack werden zu wenig tiefgründige Spielfilme gesendet, dafür zu viele Krimis. Auch solche mag ich ab und zu, es gibt meiner Meinung nach ein Überangebot davon über alle deutschsprachigen Sender gesehen.

3. Gibt es bei anderen Anbietern noch etwas, das Sie lieber sehen oder hören?

Ich zappe via TV-Guide durch die Sender uns suche, wo für meinen Geschmack der beste Film / die interessanteste Sendung läuft. Oft werde ich fündig auf arte, oder deutschen und österreichischen Sendern.

Oft speichere ich, was mich anregt. Gelöscht ist schnell!

4. Wie haben sich Ihre Mediengewohnheiten in den letzten Jahren verändert?

Sehr oft höre ich mir Podcasts an – auch gerne mit AirPods beim Gärtnern. Da macht das Jäten richtig Spass! Ich schätze die Aufnahme-Funktion; so kann ich Sendungen dann schauen, wenn es mir passt – das ist wie ein eigenes Programm zu gestalten.

5. Haben Sie sich jemals bei SRF oder beim Ombudsmann beschwert?

Wenn ja: Waren Sie mit der Antwort zufrieden?

Das war für mich noch nie nötig. Ich finde es prima, dass es diese Möglichkeit gibt – das ist auch eine Form von Demokratie. Ich lese ab und zu, was der Ombudsmann für Antworten gibt – die Abwägungen und Argumentationen sind spannend.

6. Freuen Sie sich auf die weitere Entwicklung in der Medienwelt oder haben Sie eher Bedenken? Weshalb?

Ich kann mir gar nicht vorstellen, was Neues erfunden werden wird. Sicher wird es neue Entwicklungen geben – gute wie schlechte. Bedenken braucht es, damit die richtigen Sicherheiten und Schutzfunktionen mit Erneuerungen rechtzeitig einher gehen. Einerseits gibt es viele wachsame Konsumenten und andererseits vertraue ich darauf, dass die SRG den Service public fundiert, vielfältig und vertrauenswürdig in allen vier Landessprachen gestaltet.
Ich bin gespannt darauf, wie die SRG es schaffen wird, das junge Publikum wieder mehr für ihre Sendungen zu gewinnen. Da muss wohl mit jungen Menschen verschiedener Gruppierungen direkt in Kontakt getreten werden, um die richtigen Bedürfnisse abzuholen. Vielleicht könnten Comics, Kurzdialoge, Geschichten-Folgen, Spiele oder „Was-denkst-du-Fragen“ zwischen politische Inhalte geschaltet werden, natürlich online. So, kann man sich neben Kopflastigem schon auf etwas Humorvolles oder Unerwartetes freuen. Ob das User anziehen könnte?

7. Wie möchten Sie selbst auf diese Entwicklung einwirken und was möchten Sie damit erreichen?

Ich kann mir vorstellen, im „Resonanzraum / Dialogfenster“ mitzuwirken.

Im Gespräch können Beziehungen zu Menschen oder Inhalten entstehen. Das kann beleben.

8. Können Sie uns ein Buch, einen Film, ein Musikstück empfehlen?

Kürzlich las ich den Roman „Stay away from Gretchen – eine unmögliche Liebe“ von Susanne Abel, dtv. Er erzählt von der unmittelbaren Nachkriegssituation in Deutschland mit der amerikanischen Besatzung. Es entstanden auch Beziehungen zwischen Afro-amerikanischen Dienstleuten und deutschen Frauen mit Folgen bis in unsere Zeit. Die Themen Rassismus und Demenz spielen eine zentrale Rolle, damals wie heute. Eine berührende und anregende Lektüre!

9. Was fehlt Ihnen zum Glück?

Ich hatte und habe in meinem Leben viel Glück.

In Politik und Gesellschaft wünsche ich mir, dass man sich besser zuhört. Mehr Wohlwollen statt Gehässigkeiten! Weniger Selbstdarstellung, mehr Achtung Mitmenschen gegenüber.

10. Wie viel Heimat brauchen Sie?

Ich glaube, wenn es mir wohl ist, erfahre ich Heimat: Zusammensein mit lieben Menschen, mit Musik, die mir gefällt, beim Singen, beim Werkeln in meinem Garten, auf Spaziergängen und Wanderungen. Am liebsten ist es mir wohl, dann bin ich bei mir daheim.

11. Möchten Sie unsterblich sein?

Nicht hier auf dieser Welt.

Fragen zur Person:

Vorname, Name: Esther Gebhard-Schöni
Alter: 66
Wohnort: Möriken-Wildegg
Beruf/Haupttätigkeit: pensioniert, Grossmama, ehemals Primarlehrerin, Lokalpolitikerin
Mitglied SRG AG SO: langjähriges Mitglied

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