Die Mitgliederversammlung: Wo sich Wünsche an und Bedürfnisse von der SRG begegnen
Am Montag vergangener Woche fand im Alten Spital Solothurn die 46. Generalversammlung des Vereins SRG Aargau Solothurn statt. Die wichtigsten Informationen und Entscheide gab‘s an dieser Stelle bereits tags darauf in einer kurzen Medienmitteilung (s. hier). Eine Woche später ist es Zeit für das Co-Präsidium, den Abend Revue passieren zu lassen.
Als sich im Herbst letzten Jahres die drei Rücktritte von Irina Bannwart, Nadia Pfendsack und Werner Beck ankündigten, machen wir uns auf die Suche nach neuen Mitgliedern. Entgegen der Gepflogenheit, unsere Vakanzen öffentlich auszuschreiben, erinnerten wir uns an Bewerbungen aus früheren Ausschreibungen – ob für den Vorstand oder die Kommission Programmbeobachtung – und fragten Personen an, die damals auf Grund der Konstellation der Gremien nicht berücksichtigt werden konnten, ob sie weiterhin am Mitwirken hätten. Das Erfreuliche ist nicht nur, dass sie sich weiterhin ein Engagement für die SRG vorstellen konnten und wir so ein noch breiter abgestütztes, diverseres Gremium sein dürfen. Erfreulich war auch, dass die rund 100 Mitglieder an der Versammlung diese Personen mit überwältigender Mehrheit gewählt haben und damit unseren «Riecher» für gute Leute bestätigten. Erfreulich war und ist aber auch, dass aus der Versammlung estimiert wurde, dass wir es geschafft haben, viele junge Kräfte zu gewinnen. Wir freuen uns darauf, am 6. Juni und in dieser neuen Besetzung mit dem Gesamtvorstand an einer Retraite die neuen Handlungsschwerpunkte zu definieren.
Dass erstmals seit langer Zeit wieder Anträge eines Mitglieds zu behandeln waren, freute uns. Wir konnten vonseiten des Vorstands zwei zwar nicht unterstützen und für den dritten sind wir nicht befugt, aber dass die SRG konstruktiv-kritisch verfolgt wird und Ideen eingebracht werden, ist ganz im Sinne der Mitwirkung, welche in der SRG möglich sein soll und muss. Zwei Anträge wünschten die Prüfung einer Umwandlung des Vereins in eine Genossenschaft und dann den Zusammenschluss mit der SRG Region Basel. Als Verein leben wir von den Mitgliederbeiträgen, die uns einen grossen Teil der Aktivitäten zugunsten des medialen Service public finanzieren. Als Genossenschaft wäre uns dies so nicht mehr möglich. Zudem wollen wir, solange die SRG aus Aarau und Solothurn sendet, auch selbst in dieser Region präsent sein. Die dritte Idee stiess bei uns durchaus auf Sympathie: Die Veranstaltungen aller SRG-Gesellschaften sollen für alle SRG-Mitglieder zugänglich sein. Das wäre durchaus im Sinne des offenen Austauschs, den wir selbst seit Jahren pflegen. Nur können wir anderen nicht vorschreiben, wie sie ihre Veranstaltungen auszurichten haben. Dennoch: Nicht nur bei uns kommt der Gedanke gut an und wir werden ihn gegenüber unseren Kolleginnen und Kollegen propagieren. Wer weiss, vielleicht haben wir Erfolg.
Den Bogen zwischen regionaler Verankerung und demokratischem, medialem Auftrag – den beiden Polen, zwischen denen sich die SRG bewegt – spannte Marco Jaggi, Leiter der Regionalredaktion in einem kurzen Exkurs, der beim Solothurner Mundartdichter Josef Reinhart begann und bei Stefan Reinhart endete, dem ehemaligen Auslandkorrespondenten und heutigem Leiter Korrespondenten bei SRF – und Urenkel des Dichters.
Das angekündigte Sparvolumen von 270 Millionen beschäftigt natürlich auch unsere Mitglieder. Fragen und Bemerkungen sowie Bedenken gab es vor allem im Hinblick auf die regionale Berichterstattung. Menschen aus der Region schätzen die Arbeit des Regi, v.a. auch da Inhalte abgedeckt werden können, die in anderen Medien leider keinen Platz (mehr) finden. Nebst der Regionalität ist auch immer die Kultur ein Thema: SRF-Eigenproduktionen in Fiktion und Festivalpartnerschaften wünschten sich anwesende Mitglieder weiterhin. Und so vielfältig wie das SRF Programm ist, so unterschiedlich sind auch die Programminteressen unserer Mitglieder. Eine Dame bemerkte zum Schluss «Regionalität ist wichtig, aber ich wünsche mir auch weiterhin gute Hintergrundinformationen wenn es um internationale Themen geht.»
Alle Wünsche werden wohl nie in Erfüllung gehen. Die 270 Millionen werden irgendwo spürbar sein. Wir vom Vorstand verfolgen den Prozess aktiv und halten Sie hier auf digitalem Weg gerne auf dem Laufenden.
Eins war nach der Versammlung jedoch klar: Der Wunsch nach einem weiterhin auf buchstäblich allen Kanälen präsenten medialen Service public der SRG. Selbst wenn die Nutzung von UKW weiterhin rückläufig ist, wie Zahlen zeigen - der Wunsch, wieder auf die angestammten Frequenzen zurückzukehren, war und ist da. Dass das Parlament auf Druck aus der Öffentlichkeit vom Entscheid des Bundesrats, UKW bis Ende 2025 ausser Betrieb zu nehmen, abwich und eine Fortführung der Technik beschloss, hat in den vergangenen Monaten für Bewegung gesorgt (s. hier). SRG-Generaldirektorin machte in Solothurn klar, wohin die Reise für das Medienhaus im Auftrag der Schweiz geht: «Wir kehren so bald wie möglich auf UKW zurück.»