Grosses Kino oder Mattscheibe?
An den Solothurner Filmtagen werden ab dem 21. Januar gut 160 Filme gezeigt. Die SRG Aargau Solothurn fragt sich am Rande der Werkschau: Welche Bedeutung kommt der SRG zu, wenn es um das Schweizer Filmschaffen geht? Antworten soll ein Gespräch mit SRG-Filmchef Sven Wälti sowie Noah Bohnert von der Produktionsfirma hugofilms liefern.
In wenigen Tagen beginnen in der Reithalle Solothurn die 61. Solothurner Filmtage. Eine Woche lang – vom 21. bis 28. Januar – ist in diversen Sälen und Kinos zu sehen, was das Schweizer Filmschaffen in den vergangenen Monaten hervorgebracht hat. 478 Filme wurden eingereicht, 164 wurden ins Programm aufgenommen – 93 Lang- und 71 Kurzfilme.
Der SRG kommt in diesem Kontext ein wichtiger Part zu. Sie ist nicht nur per Gesetz dazu verpflichtet im Programm das Schweizer Filmschaffen zu berücksichtigen und damit zur kulturellen Entfaltung und zur Stärkung der kulturellen Werte des Landes beizutragen. Die SRG ist auch dazu verpflichtet einen Teil ihrer Einnahmen für das unabhängige schweizerische Filmschaffen aufzuwenden.
So ist etwa der «Pacte de l’Audiovisuel», der seit 1996 im Rahmen der Solothurner Filmtage mit der ganzen Branche für jeweils drei Jahre unterzeichnet wird, die zentrale Vereinbarung zwischen der SRG und der Schweizer Filmbranche, die festlegt, wie die SRG gemeinsam mit unabhängigen Produzentinnen und Produzenten Filme und Serien realisiert und wie viel sie dafür aufwendet. So ist in der aktuellen Vereinbarung (hier) etwa geregelt, dass die SRG 34 Millionen Franken jährlich in Koproduktionen investiert. So sind in den knapp 30 Jahren 4000 Filme, 40 Serien und 140 Koproduktionen entstanden und auf den SRG-Kanälen über fast 54‘000 Minuten jährlich Schweizer Produktionen ausgestrahlt worden – rund zweieinhalb Stunden täglich.
Welche Bedeutung hat diese Filmförderung für die Schweizer Filmbranche? Was bedeutet das Engagement für den Schweizer Film und die Menschen in der Branche? Wie beeinflusst das die Identität und die Schweizer Filmkultur? Und was hat sich mit dem Aufkommen von Streamingdiensten wie Netflix, Disney+ & Co. verändert? Diese und andere Fragen stellt die SRG Aargau Solothurn im Rahmen der Solothurner Filmtage zur Diskussion. Unter dem Titel «Grosses Kino oder Mattscheibe – die Filmförderung der SRG» unterhält sich Fabian Gressly, Co-Präsident der SRG AG SO, mit Sven Wälti, Chef Film bei der SRG, und Noah Bohnert, Produzent bei hugofilm. Die Produktionsfirma ist nicht nur mit «Der Frosch und das Wasser» an den diesjährigen Filmtagen präsent, sondern war mit der SRG auch an etlichen Schweizer «Tatort»-Folgen oder Dokumentarfilmen wie «Krokus - as long as we live» über die Solothurner Rockband mit Weltruhm beteiligt.
«SRG.Diskutiert» in Solothurn: Grosses Kino oder Mattscheibe – die Filmförderung der SRG: Sonntag, 25. Januar 2026, 15 Uhr (Türöffnung;: 14.30 Uhr), Haus der Kunst St. Josef, Solothurn. Der Anlass ist öffentlich und kostenlos. Details und Anmeldung hier.