Haben Sie gewusst, dass...

...die SRG jährlich 9’500 Stunden Live-Sport in Fernsehen, Radio und Onlinemedien sendet?

Die SRG engagiert sich für eine lebendige und diverse Sportlandschaft über alle Sprachgrenzen hinweg. Von über 100 Sportarten erfolgten in den letzten Jahren Berichterstattungen. Über die Hälfte der Live-Berichterstattungen finden zu Sportarten statt, die weniger im medialen Fokus stehen, so zum Beispiel Handball, Volleyball, Unihockey oder Kunstturnen. Damit wird die Vielfalt des Schweizer Sports eine Bühne gegeben. Und es zeigt sich auch, dass es einen positiven Effekt von Top-Sportevents auf kleinere Events gibt. An Tagen, an denen SRF mindestens ein Top-Sportevent überträgt, haben Übertragungen von weniger medienwirksamen Sportarten im Durchschnitt 64 Prozent mehr Publikum als an Tagen ohne Top-Sportevent.

Die Top Sportevents kennen wir alle: Lauberhornabfahrt, Fussball-WM und -EM, Spenglercup oder Schwingfeste. Ich wage zu behaupten, dass die aufgekommene Beliebtheit von Schwingen auch dank der grösseren Sichtbarkeit durch SRG Übertragungen entstanden ist. Auch Skirennen sind bei Zuschauer:innen äusserst beliebt. Durchschnittlich 1.2 Millionen Menschen verfolgten im Januar 2025 das Abfahrtstennen am Lauberhorn auf SRF zwei, RTS 2 oder RSI LA 2 – das ist ein Marktanteil von 76,8%. In den letzten Jahren gab es einen Trend, dass sich immer mehr Sportübertragungen ins Bezahlfernstehen (Pay-TV) verschieben. Dieser Trend gilt europaweit. Das liegt v.a. daran, dass Sportübertragungen teuer und zeitintensiv sind. Die Fernseh- Sportberichterstattung ist aufwendig und komplex in der Produktion. Werbung und Sponsoring decken durchschnittlich nur 10 bis 20 Prozent der Vollkosten für Rechte, Produktion und Ausstrahlung. Sportrechte werden zudem immer teurer und nur internationale Medienkonsortien können sich die Ausgaben leisten. Die Übertragungsrechte im Schweizer Eishockey liegen bei Sunrise bzw. dessen Mutterkonzern Liberty Global, jene für den Schweizer Fussball bei der Swisscom. Auch die SRG musste aus Rücksicht auf die eigenen Finanzen schon auf den Kauf von gewissen Rechten verzichten.

Aber: Sportübertragungen und Sportberichterstattung gehört zum Service public Auftrag der SRG, wie ihn Artikel 10 der aktuellen Konzession regelt. Weiter definiert das UVEK im Anhang zwei der Verordnung vom Oktober 2007 auch gewisse Sportübertragungen, die für die SRG zur Pflicht werden. Die SRG ist zum Beispiel verpflichtet über “Ski-Weltcuprennen in der Schweiz” oder über die Tour de Suisse, das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest oder von Weltklasse Zürich zu berichten.

Kein kommerzielles Medienhaus würde teure Sportproduktionen übernehmen, die nicht rentabel sind. Hier eine kleine Rechnerei: Mit den aktuellen 335 Franken Medienabgabe pro Jahr bezahlen Haushalte zur Zeit 90 Rappen pro Tag und Haushalt für das volle Programmangebot der SRG. Der Budget-Anteil für Sport bei der SRG liegt (je nach Jahr) bei 12 bis 15 Prozent. Rechnen wir mit 12 Prozent: Das wären 40 Franken pro Jahr der Serafe Gebühren, respektive 11 Rappen pro Tag. Zum Vergleich: Ein Monatsabo bei einem Schweizer Pay-Anbieter für alle Super-League und Champions League Spiele kostet 49.90.- pro Monat – knapp CHF 600.- pro Jahr.

Zudem ist es fraglich, ob und wie Sponsoren Sporveranstaltungen überhaupt unterstützten würden, ohne eine Abdeckung in den Medien. Hätten Sportveranstaltungen keine Medienpräsenz, fällt auch die Sichtbarkeit für Sponsoren weg. Und natürlich: Sichtbarkeit für Sportler:innen wie Mujinga Kambundji, Curdin Orlik, Marco Odermatt oder Ramona Bachmann.

Text: Marina Della Torre, Co-Präsidentin SRG Aargau Solothurn

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